42thinking https://42thinking.de Quergedacht und längsgeschaut - Technisch-philosophische Gedanken Sat, 15 Feb 2020 19:22:03 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.3.2 https://i1.wp.com/42thinking.de/wp-content/uploads/2019/02/cropped-Logo_qu.jpg?fit=32%2C32&ssl=1 42thinking https://42thinking.de 32 32 158163482 Heise: Drei Freiheiten für ethisch-vertretbare KI https://42thinking.de/2020/02/fosdem/ https://42thinking.de/2020/02/fosdem/#respond Sat, 01 Feb 2020 17:31:39 +0000 https://42thinking.de/?p=1603 Es ist wieder einmal ein Heise Artikel über KI, der mir zu denken gibt. Fabian A. Scherschel schreibt über “Die drei Freiheiten”, Die Freiheit, maschinengemachte Entscheidungen zu verstehen, Die Freiheit, Entscheider für ihre Systeme zur Rechenschaft …

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Es ist wieder einmal ein Heise Artikel über KI, der mir zu denken gibt.

Fabian A. Scherschel schreibt über “Die drei Freiheiten”,

  1. Die Freiheit, maschinengemachte Entscheidungen zu verstehen,
  2. Die Freiheit, Entscheider für ihre Systeme zur Rechenschaft zu ziehen,
  3. Die Freiheit, KI-Entscheidungen anzufechten.

Die Überlegungen von Scherschel sind auf jeden Fall ein interessantes Gedankenspiel.

Verständnis maschinengemachter Entscheidungen

Hier sollte man doch etwas in die Tiefen schauen.

KI gibt es meinem Verständnis nach in mehreren Ausführungen Von schwacher und starker künstlicher Intelligenz – die statistische Big-Data-Analyse1 und Analysen auf Basis neuronaler Netzwerke2.

Schwache KI

Statistische Analysen sind m.E. verhältnismäßig einfach zu durchschauen, weil eine quantifizierbare Anzahl an erfassten Datensätzen mit einer definierten Anzahl an Attributen analysiert werden und die Intelligenz im statistischen Verständnis des Programmierers liegt. Damit ist das Verhalten der “KI” durchaus analysierbar.

Die verwendeten Attribute und deren Analyseergebnisse müssen “lediglich” auf ein “paar” Kriterien untersucht werden, so z.B.:

  • Seriösität der Datenquelle3
  • Legalität der Datenerfassung4
  • Ethik der Zielrichtung der verwendeten Daten5
  • Interpretationsspielraum der Analyseergebnisse6
  • Kombinierbarkeit von Ergebnissen7

Eine Bewertung der Kriterien könnte in vorgeschriebenen Reviews bereits eine gute Übersicht über das Verständnis der “weichen KI” bringen. Die Review-Ergebnisse könnte vielleicht sogar für Laien durchaus zu einer begründeten Akzeptanz oder einer Ablehnung der Entscheidungen der KI führen.

Denkt man an Scoring-Ergebnisse als typisches Ergebnis aus weicher KI auf Basis statistischer Verfahren, wäre man vermutlich erstaunt, welche Attribute überhaupt angezogen und mit welcher Interpretation und Wichtung sie in das “Hopp oder Topp”-Ergebnis bei der Kreditwürdigkeit einfließen.

Ein Schelm, wer hier nicht daran denkt, dass einige Attribute bereits meine ersten beiden Kriterien verletzen.

Und so ist es nur verständlich, wenn sich Auskunfteien hinter dem Argument der Geheimhaltung und “Know-How-Schutz” verstecken und eine Offenlegung vermeiden, um nicht am Pranger von Datendiebstahl oder unethischen Zielrichtungen zu stehen.

Betrachtet man die Kunden der Auskunfteien8, ist die Zielrichtung der Ergebnisse nach Risikominimierung einfach zu verstehen. Wenn aber irgendwann Gewinnmaximierung ohne unternehmerisches Risiko9 erwartet wird, ist das ein klassischer Zielkonflikt.

Starke KI

Wenn neuronale Netze Daten analysieren, sind die erlangten Schlüsse nur noch schwer nachvollziehbar, es sei denn, man würde mit dem Ergebnis auch die Suchvektoren mit deren erlernten Wichtung ausgeben. Und selbst dann dürfte das Ergebnis auch für Experten noch relativ schwer nachvollziehbar sein.

Allerdings kann man sich Gedanken über die Anwendungsgebiete starker KI machen und nach Kriterien bewerten, so z.B.:

  • Anwendungsgebiet der KI
  • Glaubwürdigkeit der Analyseergebnisse10
  • Manipulierbarkeit der Ausgangsdaten11
  • Ethik der Zielrichtung der verwendeten Daten
  • Interpretationsspielraum der Analyseergebnisse
  • Missbrauchspotential der Analyseergebnisse12
  • Rückwirkungsgeschwindigkeit der Analyseergebnisse13

Mit Hilfe dieser Kriterien könnte man zumindest einen “Ethik-Index” für starke KI erarbeiten und darauf aufsetzend Mindestkriterien gesellschaftlich und gesetzlich festlegen.

Haftung/Verantwortung von KI-Anwendern

Die Freiheiten zwei14 und drei17 zu beziffern, wenn man am Beispiel der Schufa-Auskunft bleibend, trotz gegenteiliger finanzieller Situation auf einmal eben nicht kreditwürdig ist?

Eine Auskunftspflicht über die Nutzung von KI18 wäre hier schon einmal eine große Hilfe, um überhaupt eine Grundlage für rechtliche Schritte einleiten zu können.

Für Juristen dürfte die Verwendung von KI sicher nur selten zum bestehenden Wissensschatz gehören, hier ist man auf Experten und Gutachter angewiesen. Dabei stellt sich natürlich die Frage, wer diesbezüglich als Experte/Gutachter ausreichend Kenntnisse aufweist und gegenüber den Anwendern von KI genug Abstand verfügt.

Eine staatliche, von der Industrie unabhängige Institution mit hetrogenen Mitarbeitern19 könnte hier ein Gremium stellen, das anwendungsbezogen zumindest einen Maßstab für KI in seiner Legalität ermitteln könnte.

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Shareholder Value – Mit vorauseilendem Gehorsam ins Verderben https://42thinking.de/2020/01/shareholder-value/ https://42thinking.de/2020/01/shareholder-value/#respond Thu, 23 Jan 2020 10:20:49 +0000 https://42thinking.de/?p=1577 Schaut man sich die aktuellen Tech-Schlagzeilen an, ergibt sich ein faszinierendes Bild. Gefühlt auf jede Innovation kommen mindestens ein bis zwei Skandale. In der Automobilindustrie scheint sich der Abgaskandal um weitere Hersteller auszuweiten, nachdem auch …

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Schaut man sich die aktuellen Tech-Schlagzeilen an, ergibt sich ein faszinierendes Bild. Gefühlt auf jede Innovation kommen mindestens ein bis zwei Skandale.

In der Automobilindustrie scheint sich der Abgaskandal um weitere Hersteller auszuweiten, nachdem auch Mitsubishi nach den deutschen Herstellern ins Visier der Ermittler geraten ist. Gerüchten zufolge hat Tesla ein Problem mit Selbstbeschleunigern und kommt aus dem medialen Dauerfeuer nicht wirklich heraus.

Auch die Unterhaltungselektronik erscheint krisengeschüttelt. Faltbare Smartphones erweisen sich als fehleranfällig, Datenschutz zeigt sich als problematisch, Spezifikationen von neuen Grafikkarten erscheinen als “zu optimistisch”.

Kurz – in der Hochtechnologie werden scheinbar voreilig Produkte auf den Markt geworfen. Was ist los? Warum diese Eile und mangelndes Risikobewusstsein?

Meine Vermutung – Shareholder Value.

Die Gier nach immer schnelleren und höheren Renditen verbunden mit falschen Versprechen und dem Wunsch nach immer höheren Einkommen in den oberen Chargen scheint den Blick für Produkte und deren Qualität zu trüben. Klassisches, verantwortungsbewusstes Unternehmertum sieht jedenfalls anders aus.

  • Kann es sein, dass die derzeitig typischen Belohnungsprinzipien1 Unternehmen eher gefährden als nach vorne bringen?
  • Kann es sein, dass Qualität nur noch als Kostenfaktor betrachtet und verbundene Risiken ignoriert werden?
  • Kann es sein, dass Opportunitätskosten2 komplett unter den Teppich gekehrt werden?
  • Kann es sein, dass mehr Energie auf Steuervermeidung gesetzt wird, als auf soziale Verantwortung und Verantwortung für das Produkt?

Dank Shareholder Value steigern wird das Phantomkapital, dessen Besitzer eigentlich schon nichts mehr Sinnvolles anfangen können3 und schädigen die Umwelt mit einer Selbstverständlichkeit, die auf purer Ignoranz und dem Wissen basiert, dass die Kosten von der Allgemeinheit und nicht vom Verursacher getragen werden.

Das Ganze geschieht im Schutze der sogenannten Volksvertreter, die sich als Hüter einer kompromisslosen Wirtschaftssteigerung sieht und lobbymanipuliert die gesetzlichen Rahmen anpasst und aufmerksamen Geistern Steine in den Weg legt.

Aus “Ceterum censeo Carthaginem esse delendam” sind unreflektierte Buzzwords wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Big Data geworden, die von thematisch völlig fachfremden und überforderten Politikern gebetsmühlenartig rezitiert werden. Wie bei Cato soll die Wiederholung den Glauben an die Richtigkeit in das Hirn der Bevölkerung4 getrieben werden.

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Prinzip Verantwortung https://42thinking.de/2020/01/prinzip-verantwortung/ https://42thinking.de/2020/01/prinzip-verantwortung/#respond Thu, 16 Jan 2020 10:44:50 +0000 https://42thinking.de/?p=1574 Milliarden Euro Entschädigung für Kraftwerksbetreiber scheint im ersten Moment eine logische Konsequenz aus dem Kohle-Ausstieg zu sein. Es geht schließlich um Investitionsschutz, Arbeitsplätze, Planungssicherheit. Schauen wir aber mal hinter die Kulissen, wird ein ganz anderes …

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Milliarden Euro Entschädigung für Kraftwerksbetreiber scheint im ersten Moment eine logische Konsequenz aus dem Kohle-Ausstieg zu sein. Es geht schließlich um Investitionsschutz, Arbeitsplätze, Planungssicherheit.

Schauen wir aber mal hinter die Kulissen, wird ein ganz anderes Bild sichtbar.


Welche Faktoren sollte man berücksichtigen?

  • Kosten für Enteignungen auf Flözen befindlicher Siedlungen
  • Subventionen für die Kohleförderung
  • Subventionen für Grundstücke für den Kraftwerksbau
  • Steuerermäßigungen für den Betrieb von Kraftwerken
  • Kosten für die Bereitstellung und Betrieb der Infrastruktur (Stromtrassen, Straßen, Bahnanbindung)

Und das sind nur die öffentlichen Gelder, die mir spontan eingefallen sind.

Die Energiepreise sind in den letzten Jahren immer stärker gestiegen, was nicht ausschließlich auf Rohstoffpreise zurück geführt werden kann. Unternehmerisches Handeln sollte die Option des Beendens einer Unternehmung immer mit einbeziehen und entsprechende Reserven vorhalten.


Es mag sicher auch ein juristisches Problem sein, Laufzeiten für Kraftwerke nachträglich zu begrenzen, als “Lessons Learned” sollte der Gesetzgeber seine Richtlinien für entsprechende Genehmigungen auf den Prüfstand stellen, anstatt lobbygetrieben das nächste Geldbündel auf Kosten des Steuerzahlers den Energiekonzernen in den Rachen zu werfen.

Lassen wir uns nicht länger als Cashcow der Großindustrie ausnehmen und fordern wir von unseren Volksvertretern mehr Augenmaß!

 

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Vorsätze 2020? https://42thinking.de/2019/12/vorsaetze-2020/ https://42thinking.de/2019/12/vorsaetze-2020/#respond Tue, 31 Dec 2019 21:59:02 +0000 https://42thinking.de/?p=1557 Denkt man daran, was 2019 in Bezug auf die Umsetzung von Vorsätzen gebracht hat, verkürzt sich die Liste für 2020 doch nicht unerheblich und es erfordert die Einplanung des Unvorhergesehenen, Spontanen. In der Rückschau brachte …

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Denkt man daran, was 2019 in Bezug auf die Umsetzung von Vorsätzen gebracht hat, verkürzt sich die Liste für 2020 doch nicht unerheblich und es erfordert die Einplanung des Unvorhergesehenen, Spontanen.

In der Rückschau brachte 2019 eine dramatische Verkürzung der Nutzzeit1, Förderung der Pharmaindustrie2, Jobwechsel3 (wenn auch nicht der erhoffte Branchenwechsel4), sowie das Umstellen von bisherigen Planungen.

Ein paar optimistische Ausblicke sollten aber doch sein:

  • Abschluss von einem Buchprojekt5
  • Planung neue Buchprojekte7
  • Reduktion von Erwartungshaltungen
  • Gesundheitsförderung
  • Raum für Überraschungen
  • Überleben des Jahres ohne zu große Hindernisse und Einschränkungen

Schauen wir aber, was kommt und erhoffen uns das Beste!

Ein gesundes, neues Jahr!

2020, ready for start!

 

 

 

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Vibes of Commerce https://42thinking.de/2019/12/xmas/ https://42thinking.de/2019/12/xmas/#respond Tue, 17 Dec 2019 15:35:35 +0000 https://42thinking.de/?p=1553 Ist es nicht großartig? Die große Geburtstagsparty steigt in ein paar Tagen! Und dabei kennen wir den Jubilar nicht einmal wirklich, persönlich schon gleich gar nicht. Trotzdem scheuen wir weder Kosten noch Mühen noch sonstige …

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Ist es nicht großartig? Die große Geburtstagsparty steigt in ein paar Tagen! Und dabei kennen wir den Jubilar nicht einmal wirklich, persönlich schon gleich gar nicht. Trotzdem scheuen wir weder Kosten noch Mühen noch sonstige Aufwände, um diesem Geburtstag und seiner Bedeutung gerecht zu werden.

Der Hang zum Perfektionismus explizit diesen Geburtstag betreffend, befeuert ganze Industriezweige und belastet Terminkalender. Dabei hat sich die Welt noch nicht einmal auf einen Tag geeinigt?!

Die ruhigen Tage im Kreise der Familie werden oft weniger als Erholung als viel mehr als Drohung aufgefasst. Ist es nicht faszinierend? Immerhin die freien Tage versprechen dann doch ein kleines bisschen Ausspannen, vielleicht den einen oder anderen Blogartikel schreiben, Nadeln vom obligatorischen Weihnachtsbaum aufsaugen, sich vom Übermaß des Essens erholen.

Ein bisschen Besinnung sollte dann aber doch sein – und was wäre da passender und kontemplentativer als das Werk des Meisters.

Ich wünsche Euch eine – trotz vieler entgegenstehender Vibes – frohe, besinnliche und vielleicht dann doch ruhige Weihnachtszeit.

 

 

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Schweigen ist Gold https://42thinking.de/2019/11/schweigen-ist-gold/ https://42thinking.de/2019/11/schweigen-ist-gold/#respond Wed, 27 Nov 2019 11:52:15 +0000 https://42thinking.de/?p=1544 Nein, ich habe meinen Blog nicht vergessen. Allein das Thema Zeit macht mir im Moment etwas zu Schaffen. Nicht nur, dass ich im September eine neue Stelle angetreten habe, die logischerweise viel Aufmerksamkeit in Anspruch …

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Nein, ich habe meinen Blog nicht vergessen. Allein das Thema Zeit macht mir im Moment etwas zu Schaffen.

Nicht nur, dass ich im September eine neue Stelle angetreten habe, die logischerweise viel Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt und neue Projekte nach sich zieht, auch meine Gesundheit macht im Moment nicht in voller Gänze mit.

Nichtsdestotrotz habe ich natürlich weiterhin Themen, die ich auseinandernehmen und in gewohnter Weise präsentieren möchte. Ich hoffe, in der nächsten Zeit mir dafür wieder ein paar Freiräume erarbeiten zu können.

  • Buchprojekt (dienstlich)
  • Gesundheit in Griff bekommen
  • Plätzchen backen
  • Weihnachten und Silvester überleben
  • Gedanken über private Buchprojekte (Fotografie?, Bildband?) machen

Es bleibt also spannend!

 

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0100 1001 als Schulkonzept? https://42thinking.de/2019/11/0100-1001-als-schulkonzept/ https://42thinking.de/2019/11/0100-1001-als-schulkonzept/#respond Tue, 05 Nov 2019 04:19:16 +0000 https://42thinking.de/?p=1514 Toll, wenn man wieder von Digitalisierung in der Schule gesprochen und geschrieben wird. Aber was steht dahinter? Für die Vermittlung “Digitalen Wissens” sind entsprechende Technik sowie Hintergrundinformationen bei den Lehrenden tatsächlich dringend notwendig. Aber welchen …

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Toll, wenn man wieder von Digitalisierung in der Schule gesprochen und geschrieben wird. Aber was steht dahinter?

Für die Vermittlung “Digitalen Wissens” sind entsprechende Technik sowie Hintergrundinformationen bei den Lehrenden tatsächlich dringend notwendig. Aber welchen Anteil hat dieses spezifische Wissen? Was genau soll unter “Digitalem Wissen” vermittelt werden? Hat man da überhaupt einen Plan?

Die Industrie schimpft über unzureichend ausgebildete Schüler mit zu wenig Technikwissen. Aber ist denn das auch tatsächlich so? Sind Schüler und Studenten in der Lage (oder auch nicht), sich auf Technik einzulassen? Müssen sie es überhaupt?

Einen interessante, wenn auch indirekten Ansatz habe ich bei Dr. Werner Schäfer gefunden.

Dr. Schäfer stellt sich die Frage, was wirklich wichtig ist, wenn auch auf die Sprache bezogen. Die Vorgehensweise gefällt mir.

Was müssen Schüler von heute wissen? Ich würde (als Nichtpädagoge) einmal so herangehen:

Kognition

Sprache(n) und Sprachverständnis

Grundlage für unsere gesamte Kommunikation ist die Sprache, der ich einen großen Stellenwert beimessen würde, auch auf den Podcastbeitrag von Dr. Schäfer bezogen.

Der Idee von Dr. Schäfer, der Orthographie und Grammatik etwas weniger Aufmerksamkeit zu schenken, würde ich vielleicht sogar unterstützen.

Rein aus dem Bauch heraus würde ich denken, dass das Verstehen von Texten das größere Problem darstellt. Textinhalte bestehen schließlich aus:

  • Nutzinformationen1
  • Randinformationen2
  • Fehlinformationen3

die es in ihre Kategorie einzusortieren, nach Sokrates auszusieben gilt.

Um diese Fähigkeit zu erlangen, sind neben rein sprachlichen Kenntnissen auch

  • Literatur,
  • Geschichte,
  • Medienkompetenz4,
  • Politikverständnis und als Sammlung aller Kompetenzen die
  • Philosophie
  • erforderlich.

Eine ausreichende Bildung in diesen Sektoren bringt zumindest erst einmal das “verstehende Lesen” auf eine neue Stufe und ermöglicht es, sich für die Naturwissenschaften “zu qualifizieren”.

Außer im Bereitstellen von Materialien sehe ich keinen wirklichen Nutzen durch Digitalisierung. Lehrer nutzen hier bereits durchaus die Möglichkeiten des Internets als Datensammlung, sei es durch klassische Suchmaschinen, als auch durch Social Media wie u.a. Pinterest und Instagram.

Naturwissenschaften

Als Ingenieur5 fühlt man sich in diesem Feld besonders sicher. Was aber genau wird im Leben in der Industrie bzw. Wirtschaft gebraucht?

Die Sprache der Naturwissenschaften ist die Mathematik, die einen großen Stellenwert einnehmen sollte, da auf ihr die Physik, Chemie, aber auch Biologie und Wirtschaftswissenschaften aufsetzen. Dabei ist mir aber klar, dass nicht alle Themenbereiche der Mathematik gleichstark behandelt werden müssen. Grundrechenarten sollten in meinen Augen besonders intensiv behandelt werden, da sie in fast allen Lebensgebieten benötigt werden, ebenso die Geometrie. Die wichtigste Anforderung an die Ausbildung sollte aber eine praxisnahe Mathematik sein, mit Anwendungsfällen für jedes Teilgebiet.

Physikalische Effekte überraschen uns im Leben immer wieder, lassen sich aber m.E. auf ein paar Grundthemen zurückführen. Meine Erfahrung im Leben als Ingenieur haben mir gezeigt, dass sich (fast) alles simplifizieren lässt und daher ein anwendbares Grundwissen6 Lernziel sein sollte.

Chemie und Biologie stehen für mich etwas ferner, interessensgebundener – worüber man natürlich trefflich streiten könnte. Aber auch hier basieren viele weiterführende Themen auf einem abrufbaren Grundlagenwissen.

Digitalisierung kann durch erweitertes Visualisieren von mathematischen Formeln, physikalischen-chemischen Prozessen oder biologischen Abläufen durchaus unterstützen. Die erforderlichen Fertigkeiten reduzieren sich allerdings auf die Nutzung von Multimedia7 und – in geringerem Maße – Toolfertigkeiten wie z.B. Matlab, Programmierumgebungen etc.

Kultur und Kulturverständnis

Der Mensch in der Gesellschaft unterliegt oft unausgesprochenen Zwängen der jeweiligen Kultur. Seien es Feiertage, Kunst oder auch Verhaltensweisen – sie alle sind kulturell und vielfach auch religiös geprägt.

So halte ich es für mehr als sinnvoll, Themen wie

  • Religion(en)8,
  • Ethik9 10,
  • Kunst und
  • Musik

nicht unter den Teppich zu kehren, wie es derzeit häufig zu sehen ist.

Auch die Wirtschaft und Industrie profitiert von entsprechend ausgebildeten Menschen, weil ihr Kulturverständnis die Kommunikation in der Internationalisierung erleichtert und Schranken erkennt bzw. sogar abbaut.

Wie bereits bei Sprache(n) und Sprachverständnis ermöglicht m.E. die Digitalisierung lediglich die Bereitstellung von Informationsmaterial.

Motorik

Nein, nicht alle Schulabgänger werden ihren Berufsalltag hinter dem Computer sitzend verbringen. Und auch die, welche dieses Schicksal trifft, werden eine gute Motorik als Vorteil und gesundheitlichen Faktor schätzen. So sollte es auch die Industrie und Wirtschaft als Basis für die Erhaltung der Arbeitskraft verstehen.

Grobmotorik

Den ganzen Körper gezielt bewegen zu können, wird von Sport natürlich massiv gefördert, was letztlich der Gesundheit zugute kommt. Schwimmen stellt zusätzlich einen Sicherheitsgewinn dar. Dementsprechend sollte es unsere Pflicht sein, in diesen Gebieten die Schüler und Auszubildenden zu fördern.

Digitalisierung bringt lediglich in kleinen Bereichen hochspezifischen Trainings Vorteile durch Nutzung von z.B. Videobeobachtung oder Tracker.

Feinmotorik

Deutlich näher an den Anforderungen des Arbeitslebens ist eine gezielte Förderung der Feinmotorik, angeregt durch Werken, Zeichnen und Handarbeit. Nicht nur, dass die Hände und Finger präziser arbeiten, dank Hand-Hirn-Kopplung verbessert sich zusätzlich die Denkfähigkeit, also die kognitiven Ressourcen.

Die Verwendung von Tools wie 3D-Druckern, CNC-Werkzeugen etc. stellt eine Möglichkeit der Digitalisierung dar, fällt aber letztlich m.E. nicht wirklich ins Gewicht für eine “globale Digitalisierung der Schule”.

Fazit

Digitalisierung der Schule ist m.E. nur als Erweiterung des klassischen Unterrichts notwendig und sinnvoll. Medienkompetenz sehe ich als Teil des Sprachverständnisses sowie der Ethik. Man könnte hier aber auch von Kommunikationskompetenz sprechen.

Letztlich erscheint mir die “Digitalisierung der Schulen” wie ein Buzzword, mit dem konzeptionelle Fehler in der aktuellen Bildungspolitik zu übertünchen und sich durch Lobbyismus der IT-Branche vor sich hertreiben zu lassen.

 

 

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Schuld und Technik https://42thinking.de/2019/11/schuld-und-technik/ https://42thinking.de/2019/11/schuld-und-technik/#respond Mon, 04 Nov 2019 16:19:38 +0000 https://42thinking.de/?p=1506 Eine aktuelle Meldung von Heise zeigt eine interessante Entwicklung bzw. ein spannendes Meinungsbild in der Bevölkerung auf. 5000 befragte Personen würden der Technik bei einem Unfall mit teilautonomen Fahrzeugen die Schuld eher dem Menschen als …

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Eine aktuelle Meldung von Heise zeigt eine interessante Entwicklung bzw. ein spannendes Meinungsbild in der Bevölkerung auf. 5000 befragte Personen würden der Technik bei einem Unfall mit teilautonomen Fahrzeugen die Schuld eher dem Menschen als der Technik geben, so jedenfalls die Ergebnisse vom Max-Planck-Instituts, dem MIT und der University of Exeter.

Natürlich hätte ich ebenfalls mit einem solchen Ergebnis gerechnet, aber was bedeutet das in der Praxis?

An Fahrerassistenzsysteme bis SAE Level 4 werden hohe Erwartungen geknüpft, möglicherweise auch verursacht durch Werbeversprechen, die mittlerweile als möglicherweise unlauter einer juristischen Prüfung unterzogen werden. Die (potentiellen) Nutzer gehen davon aus, dass die Sensoren, Regler und Aktuatoren in den Fahrzeugen schnellere und bessere Entscheidungen treffen, als der Mensch. Ganz abwegig ist das natürlich nicht. Sensoren ergänzen die Wahrnehmung des Menschen nicht unerheblich, gerade auch auf Grundlage physikalischer Werte, die sich außerhalb der humanen Sinne befinden.

Mir stellen sich beim Lesen des Artikels allerdings mehrere Fragen.

Teil- und Vollautomatisierung

Ist den Befragten der Unterschied zwischen Teil- und Vollautomatisierung tatsächlich bewusst?

Es macht einen riesigen Unterschied aus, ob das Fahrzeug teil- oder vollautomatisiert unterwegs ist. Teilautomatisierung sagt aus, dass der Mensch mit seiner individuellen “Sensorik” als Rückfallebene und Korrektiv vorhanden ist. Das bedeutet auch, dass der Fahrer die möglichen Fehlreaktionen des Fahrzeugs kennen und darauf entsprechend korrekt reagieren muss.

Hier wird meines Erachtens die Sache schon schwierig. Wie deutlich wird mir im Fehlerfall klar gemacht, wie ich jetzt zu reagieren habe? Es geht schließlich um OEM-spezifische Bedien- und Anzeigekonzepte!

Befragungssituation

Nachdem keine weiteren Details benannt wurden, scheint die Befragung neutral, also weitestgehend ohne persönliche (negative) Erfahrungen mit teilautonomen Fahrerassistenzsystemen durchgeführt worden zu sein.

Interessant wäre doch jetzt die Frage, wie die Befragten reagieren würden, wenn sie persönlich in einen Unfall mit entsprechenden Fahrzeugen verwickelt gewesen wären? In dem Falle, würde die Meinung doch vermutlich ganz anders aussehen?!

Nicht nur, dass man dazu neigt, Schuld gern von sich zu weisen, aber auch ich würde mir hier eine Teilschuld der Technik nicht absprechen lassen. Schließlich kann ein Unfall ja eigentlich nur noch passieren, wenn die Entwickler der Systeme nicht an alle potentiellen Fahrsituationen und -manöver gedacht haben?!

Konklusion

Aus diesen Argumenten heraus wird eine Bewertung der Schuldfrage für Politik und Judikative sowie Versicherer in deren Fahrwasser vermutlich schwer, sehr schwer. Wie weit gibt man die Schuld lieber einem einzelnen Menschen1 als einem Automobilhersteller2 mit großem Advokatenstamm? Wie kann man künftige Entscheidungen mit einem Gerechtigkeitsempfinden in der Bevölkerung in Deckung bringen? Wie stark werden sich Lobbyverbände richtungsführend einbringen?

Fragen über Fragen, die erst von der Zukunft hoffentlich zufriedenstellend gelöst werden.

 

 

 

 

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3D Druck – Zerstörer des Welthandels? https://42thinking.de/2019/10/3d-druck/ https://42thinking.de/2019/10/3d-druck/#respond Wed, 30 Oct 2019 05:31:29 +0000 https://42thinking.de/?p=1483 Zugegeben, der Titel ist schon etwas reißerisch, eine Überlegung ist die Headline der Frankfurter Allgemeinen auf jeden Fall wert. Leider verbirgt sich der Großteil des Artikels hinter einer Paywall, was mich aber nicht hindert, einfach …

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Zugegeben, der Titel ist schon etwas reißerisch, eine Überlegung ist die Headline der Frankfurter Allgemeinen auf jeden Fall wert.

Leider verbirgt sich der Großteil des Artikels hinter einer Paywall, was mich aber nicht hindert, einfach mal darüber nachzudenken, welche Einflüsse das Drucken von Komponenten auf weltweiten Handel ausübt – und, ob die These überhaupt stimmt!

1) Welche Teile werden gedruckt?

Grundsätzlich können ja so ziemlich alle Kunststoffteile über 3D-Druck hergestellt werden, ebenso mittlerweile Teile aus Keramik oder auch Sintermetallen1 bzw. über Gießverfahren mittels verlorener Form2 auch edlere Metalle und Legierungen3.

2) In welcher Stückzahl werden Teile gedruckt?

Druckprozesse sind derzeit noch langwierig, was einer Massenproduktion entgegensteht. Daher ist davon auszugehen, sofern keine radikale Geschwindigkeitsänderung kommt, bleiben Stückzahlen niedrig.

3) Zu welchen Kosten wird gedruckt?

Die Amortisation der immer noch recht teueren 3D-Drucker fällt bei einem langsamen Druckprozess mit niedrigen Stückzahlen eher gering aus, es sei denn, man druckt hochpreisige Produkte mit vergleichweise geringem Materialwert aber großem Individualisierungsanteil.

4) In welcher Qualität wird gedruckt?

Bisher zeigten Produkte aus 3D-Druck noch deutliche Spuren des Druckverfahrens, die in der teueren Nacharbeit bereinigt wurden.

Hier kann durchaus eine Steigerung erwartet werden, was den Aufwand der Nacharbeiten reduzieren sollte. In welchem Maße, dass sei dahingestellt.

Fazit

Den Weltmarkt umwerfen wird der 3D-Druck sicher nicht. Auch wenn die Anzahl druckbarer Materialien permanent wächst, wird die Geschwindigkeit des Drucks eine Amortisation der hohen Werkzeugkosten nur dann erreicht, wenn man im Hochpreissegment sowie mit hoher Individualisierung agiert.

Unter diesen Annahmen bewegt man sich aber sowieso eher im Bereich des Manufacturing als der Massenproduktion. Der Welthandel ist gerettet.

Insgesamt ist es für meinen Geschmack um den 3D-Druck recht ruhig geworden, was vermutlich daran liegt, dass die Profitabilität hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Ob es dabei bleibt, halte ich für wahrscheinlich, weil Stückzahlen sind die einzige Möglichkeit, an der Preisschraube zu drehen und Kosteneffizienz herzustellen.

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Vintage credibility? https://42thinking.de/2019/10/vintage-credibility/ https://42thinking.de/2019/10/vintage-credibility/#respond Tue, 29 Oct 2019 15:45:50 +0000 https://42thinking.de/?p=1482 Es kommt schon recht nerdig daher, wenn Fotojournalist sich auf einmal mit einer analogen Kamera bewaffnet, wie im Artikel von Petapixel beschrieben, zumindest für den ersten Augenblick. Ja klar, der Workflow ist ein komplett anderer …

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Es kommt schon recht nerdig daher, wenn Fotojournalist sich auf einmal mit einer analogen Kamera bewaffnet, wie im Artikel von Petapixel beschrieben, zumindest für den ersten Augenblick.

Ja klar, der Workflow ist ein komplett anderer und man verlangsamt den Prozess. Ist das aber ein Nachteil?

Nachdem ich mich selber mit analoger Fotografie beschäftige, ist mir schon klar, was ein Wechsel von digital auf analog bedeutet. Man glaubt, sich die Flexibilität von variablen ISO-Werten zu nehmen, ist auf – je nach Film und Kamera – 10 bis 36 Bilder je Film reduziert.

Reden wir hier aber von Nachteilen?

Ich selbst habe feststellen müssen, dass ich mit so ziemlich jeder Kamera, die ich in der Hand hatte, Fotos hinbekommen habe, die zumindest in den Grundanforderungen Belichtung und Fokussierung von ordentlicher Qualität sind.

Auch, dass man sich auf wenige(r) Motive beschränken muss, sehe ich nicht (mehr) als Nachteil.  Das Gegenteil ist (fast) der Fall. Man reduziert die Bilderflut. Nun bin ich aber auch kein Journalist, sondern lediglich Amateur, muss mich also nicht an das Regelwerk des Fotojournalismus halten.

Schaut man in die aktuelle Medienlandschaft, so findet man i.d.R. Fotos, die oft nur noch Symbolcharakter haben, weil man ihnen die Authentizität schlicht nicht mehr abnimmt. Photoshop scheint als das Maß aller Dinge zu sein, Bearbeitungen von Aufnahmen als Regel, nicht als Ausnahme, was gelegentlich kuriose Blüten treibt, speziell auf Wahlplakaten.

Zeitungsredakteure scheinen sich lieber aus Stocks zu bedienen, als auf klassischen Fotojournalismus zu setzen, beklagen sich aber im Umkehrschluss, dass keiner mehr für die Massenware an Nachrichten bezahlen will.

Was ändert sich nun mit der Rückkehr eines Journalisten zur analogen Fotografie?

Nein, an der Qualität der Fotos wird man keinen Unterschied sehen, eher an der Prägnanz. Was aber ein großes Plus werden könnte, ist die Glaubwürdigkeit der Aufnahmen, sofern die Nachdigitalisierung und mögliche Bearbeitungen sich in Grenzen halten. Manipulationen könnten aber leicht aufgedeckt werden, wenn man sich auf das ursprüngliche Bildformat, den Film, zurückbesinnt.

Ich fänd’ es durchaus spannend und es würde meine Bereitschaft, für Nachrichten Geld auszugeben steigern, wenn damit die (Mehr-) Arbeit mit analoger Fotografie vergütet werden würde. Die Stunden, die man nämlich in der Dunkelkammer zubringt, sind leichter als Aufwand zu verargumentieren, als Stunden vor dem Monitor.

 

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