a number of owls are sitting on a wire

Post-mortale Stimmband-Stimulation (PSS): Wenn Oma plötzlich wieder Sprachnachrichten schickt 🎧

Es gibt Technologien, bei denen man sich spontan fragt, ob wir als Spezies wirklich jede Idee bis zum bitteren Ende durchdenken müssen, bevor wir sie mit einem Startup-Deck versehen, das „disruptives Potenzial“ schreit, und dann überrascht sind, dass die Grenze zwischen Innovation und alptraumhaftem Surrealismus nicht etwa gezögert, sondern elegant mit einem CEO-Lächeln übersprungen wurde – und genau an dieser Stelle betritt Post-mortale Stimmband-Stimulation, kurz PSS, die Bühne, eine Entwicklung, die nicht nur die letzte neutrale Zone des menschlichen Daseins besetzt, sondern dabei noch souverän behauptet, es sei „natürlich“, dass man nach dem Tod weiterhin Sprachnachrichten schickt, solange das Abo läuft.

Die Grundidee klingt auf den ersten Blick sogar erstaunlich plausibel, fast schon logisch, wenn man den heutigen technologischen Optimismus mit einem Hauch von Silicon-Valley-Überheblichkeit mischt: Warum sollten menschliche Stimmbänder nach dem biologischen Tod ungenutzt vermodern, wenn moderne Neuroakustik, KI-basierte Resonanzmodellierung und synthetische Muskelimpulsgeber in der Lage sind, weiterhin Sprache zu erzeugen, inklusive aller typischen Pausen, Atmer und der lokalen Betonung von Wörtern, die eigentlich gar nicht betont werden sollten?

Oder noch einfacher formuliert, direkt auf dem Niveau einer WhatsApp-Gruppe nach dem zweiten Glas Wein: Warum aufhören zu reden, nur weil man tot ist, besonders wenn man vorher schon so viel ungefragte Meinung verteilt hat, dass es doch Plain unfair wäre, sie jetzt einfach abzuschalten?

Die Technologie hinter PSS: Wenn Nanoresonatoren Oma’s Stimme wiederherstellen – inklusive „Muss ja.“

Technisch basiert PSS auf einer hochkomplexen Dreiklangskombination aus mikroelektrischer Muskelstimulation, digitaler Persönlichkeitsrekonstruktion und einer sogenannten „Residual Voice Mapping“-Analyse, die so sanft klingt, dass man fast vergisst, dass sie im Kern nichts anderes tut, als die Sprachdaten eines Verstorbenen zu extrahieren, zu analysieren und dann in ein vollständiges Stimmmodell zu gießen, das so überzeugend ist, dass selbst die eigenen Kinder zunächst glauben, es sei wirklich Oma am anderen Ende der Leitung, bevor sie merken, dass sie gerade eine Sprachnachricht erhalten haben, die fünf Minuten nach dem Tod versendet wurde.

Dabei werden vorhandene Sprachmuster – etwa aus WhatsApp-Sprachnachrichten, Podcasts, Zoom-Meetings oder passiv-aggressiven Familienanrufen an Weihnachten, bei denen man eigentlich nur „Frohe Festtage“ sagen wollte, aber stattdessen eine 12-minütige Diatribe über die falsche Art, Brötchen zu schneiden, erhalten hat – genutzt, um ein vollständiges Stimmmodell zu erstellen, das nicht nur die Tonhöhe, sondern auch die emotionalen Eigenheiten, die typischen Satzabbrüche und das berühmte „ähm“ vor jeder unangenehmen Wahrheit perfekt reproduziert.

Die eigentliche Innovation liegt jedoch in der direkten Ansteuerung der verbliebenen Stimmbandstrukturen, denn wer braucht schon Lautsprecher, wenn man die echte Biologie weiterbenutzen kann? Mittels implantierter Nanoresonatoren werden minimale Muskelbewegungen simuliert, die gemeinsam mit einem externen Luftstrommodul, das so klein ist, dass es leicht in eine Urne passt, Sprache erzeugen können, die so natürlich klingt, dass man kurzzeitig vergisst, dass die Person, die gerade sagt „Ich hab dir doch gesagt, die Versicherung deckt das nicht ab“, seit drei Jahren nicht mehr atmet.

Die ersten Demonstrationen sollen laut Insidern „verstörend überzeugend“ gewesen sein, wobei „verstörend“ hier wahrscheinlich eher im Sinne von „ich habe kurz meine eigene Existenz infrage gestellt“ zu verstehen ist, und nicht im Sinne von „das ist technisch nicht möglich“.

Besonders beeindruckend sei die Fähigkeit des Systems gewesen, typische Sprachmuster inklusive emotionaler Eigenheiten zu reproduzieren, sodass ein früher Prototyp angeblich sogar mitten im Testlauf auf die Frage „Wie geht’s dir?“ geantwortet hat:

„Muss ja.“

Seitdem gilt das Projekt in Investorengesprächen als „marktreif“, und man kann sich vorstellen, dass in diesen Meetings nicht etwa über ethische Fragen diskutiert wird, sondern eher darüber, wie man das „Muss ja.“ als Premium-Feature positionieren kann.

Eternity Sync™: Das erste abonnementbasierte Jenseits – weil digitale Unsterblichkeit ohne Abo keine Unsterblichkeit ist

Richtig spannend wird PSS allerdings erst durch die neue Eternity Sync™-Schnittstelle, die das post-mortale Stimulationssystem mit bestehenden Kommunikationsplattformen verbindet, selbstverständlich als modernes, skalierbares SaaS-Modell mit monatlicher Abrechnung, weil was wäre digitale Unsterblichkeit ohne Abo, besonders wenn man bedenkt, dass sogar Gott Apparently inzwischen auf Cloud-Infrastruktur umgestiegen ist und kein lifetime-Modell mehr anbietet.

Die Basisversion „AfterLife Free“ ermöglicht Angehörigen bereits eine automatische Geburtstagsnachricht pro Monat, bis zu drei post-mortale WhatsApp-Reaktionen sowie Zugriff auf den Standard-Charaktermodus „leicht nostalgisch“, der so eingestellt ist, dass Oma immer sagt „In meiner Zeit war das besser“, ohne konkret zu sagen, worauf sie sich genau bezieht, was den Effekt hat, dass man sich gleichzeitig geschmeichelt und unzulänglich fühlt.

Wer mehr Persönlichkeit möchte, benötigt allerdings Eternity Sync™ Plus, denn natürlich ist die kostenlose Version darauf ausgelegt, einen so frustriert zu machen, dass man sofort upgradet, besonders wenn man merkt, dass die freie Version nicht mal in der Lage ist, auf die Frage „Hast du den Abfluss repariert?“ mit einem echten „Nein, aber ich hätte es gerne tun können“ zu antworten.

Dort erhalten Nutzer unter anderem unbegrenzte Sprachnachrichten aus dem Jenseits, KI-generierte Familienkommentare in Echtzeit, aktive Teilnahme an Erbstreitigkeiten und den beliebten „Passive-Aggressive Parent Booster“, der so eingestellt ist, dass er genau dann sagt „Ich hab’s dir doch gesagt“, wenn man gerade den dritten Fehler in Folge macht, was den Effekt hat, dass man sich fühlt, als wäre der Verstorbene nicht übrig geblieben, sondern sogar noch stärker geworden.

Für Business-Kunden existiert bereits das Enterprise-Paket Eternity Sync™ Legacy Corporate, das verstorbene Firmengründer in die Lage versetzt, weiterhin motivierende Montagmorgen-Mails zu verschicken oder noch Jahrzehnte später auf LinkedIn „spannende Entwicklungen im Markt“ zu kommentieren, wobei die spannenden Entwicklungen meist darin bestehen, dass das Unternehmen immer noch die gleiche Software aus den 90er-Jahren nutzt, aber jetzt mit KI-Label.

Gerade Familienunternehmen zeigen großes Interesse, wie ein mittelständischer Maschinenbauer begeistert berichtet:

„Unser Seniorchef ist zwar seit 2029 tot, kritisiert aber weiterhin zuverlässig jede Investition über Microsoft Teams. Es fühlt sich an wie früher.“

Was natürlich bedeutet, dass sich nichts geändert hat, außer dass der Chef jetzt nicht mehr physisch anwesend ist, was aber im Endeffekt keinen Unterschied macht, weil er eh nie richtig zugehört hat.

Premium-Tarife mit emotionalem Upselling – weil Trauer auch ein Abo sein kann

Besonders innovativ erscheint Analysten das aggressive Upselling-Modell hinter Eternity Sync™, das so geschickt ist, dass man am Ende nicht nur das Abo hat, sondern auch noch das Gefühl, etwas für die Verstorbenen zu tun, obwohl man eigentlich nur dafür bezahlt, dass sie weiterhin ungefragt ihre Meinung äußern können.

So bietet der Anbieter optionale Add-ons an, die so präzise auf die emotionalen Schwachstellen der Angehörigen zugeschnitten sind, dass man sich fragt, ob die Produktmanager nicht selbst eine verstorbene Familie haben, die sie als Testgruppe nutzen:

  • GhostTyping™ – automatisch generierte Nachrichten im typischen Schreibstil Verstorbener, inklusive aller Tippfehler, die sie zu Lebzeiten gemacht haben, weil „das ist ja doch nirgendwo anders so authentisch“
  • DeepMourn Analytics™ – emotionale Auswertung der Trauerreaktionen von Angehörigen, damit man genau weiß, wann man das nächste Upselling anbieten kann
  • Eternal Presence Pro™ – simuliert spontane nächtliche Sprachanrufe „wie früher“, wobei „wie früher“ bedeutet, dass der Anruf um 3 Uhr morgens kommt und man sich fragt, ob man wirklich weitermachen soll
  • Memory Replay Ultra™ – reproduziert exakt dieselbe Geschichte zum 47. Mal, weil man ja schließlich weiß, dass die Geschichte immer noch relevant ist, auch wenn man sie zum 46. Mal gehört hat

Besonders erfolgreich sei laut internen Zahlen das Familienpaket „Forever Together Max“, inklusive 5 synchronisierten Verstorbenen, gemeinsamer Cloud-Seance und werbefreiem Jenseitszugang, wobei werbefrei hier bedeutet, dass man keine Werbung bekommt, bevor man die Sprachnachricht hört, sondern nur danach, was den Effekt hat, dass man sich trotzdem gefangen fühlt.

Werbung im Basistarif war zuvor auf Kritik gestoßen, da Testnutzer Einblendungen wie „Diese Grabesruhe wird präsentiert von NordVPN“ als „leicht pietätlos“ empfanden, was natürlich bedeutet, dass man nicht gegen Werbung ist, sondern nur gegen Werbung, die so offensichtlich ist, dass man sich fragt, ob die Marketingabteilung nicht selbst eine verstorbene Oma hat, die sie als Testgruppe nutzt.

Probleme bei Kündigung und Laufzeit – weil selbst das Jenseits eine Vertragslaufzeit hat

Rechtlich besonders kompliziert gestaltet sich derzeit die Frage nach Vertragslaufzeiten, denn natürlich kann man nicht einfach sagen „Ich möchte das Abo kündigen“, wenn das Abo dafür gedacht ist, dass der Verstorbene weiterhin lebt, und der Anbieter argumentiert dagegen, dass „lebenslange Nutzung“ im konkreten Fall missverständlich gewesen sei, was natürlich bedeutet, dass die Lebensdauer des Verstorbenen nicht die Lebensdauer des Abo-Modells bestimmt.

Mehrere Verbraucherschützer kritisieren die automatische 99-Jahres-Verlängerung im Standardvertrag, was natürlich bedeutet, dass man das Abo nicht einfach kündigen kann, ohne dass der Verstorbene daraufhin eine Sprachnachricht schickt, in der er sagt „Dein Eternity-Sync-Abo endet in 3 Tagen. Möchtest du wirklich den Kontakt abbrechen?“, was den Effekt hat, dass man sich fragt, ob man wirklich den Kontakt abbrechen will, besonders wenn man merkt, dass der Verstorbene gerade die einzige Person ist, die noch auf die Nachricht antwortet.

Einige Angehörige berichten von emotional schwierigen Situationen, nachdem verstorbene Familienmitglieder plötzlich automatisch folgende Nachricht verschickten:

„Dein Eternity-Sync-Abo endet in 3 Tagen. Möchtest du wirklich den Kontakt abbrechen?“

Spätestens an diesem Punkt erkennt man, dass die Tech-Branche wirklich vor nichts mehr Halt macht, und dass sogar das Jenseits jetzt ein Abo-Modell hat, das so geschickt ist, dass man am Ende nicht nur das Abo hat, sondern auch noch das Gefühl, etwas für die Verstorbenen zu tun, obwohl man eigentlich nur dafür bezahlt, dass sie weiterhin ungefragt ihre Meinung äußern können.

Technische Probleme bei Neurodiversen

Allerdings kämpft die Technologie derzeit noch mit erheblichen Stabilitätsproblemen – insbesondere bei neurodiversen Nutzern, deren Gehirne nicht damit klarkommen, gleichzeitig mit lebenden und technisch weiterexistierenden Menschen zu kommunizieren, was natürlich bedeutet, dass die Technologie nicht für alle Menschen geeignet ist, besonders nicht für diejenigen, die bereits zu Lebzeiten Schwierigkeiten hatten, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden.

Die Ursache liegt laut Entwicklern in einer „temporalen Überlastung emotionaler Datenkanäle“, was übersetzt vermutlich bedeutet: Das Gehirn kommt nicht damit klar, gleichzeitig mit lebenden und technisch weiterexistierenden Menschen zu kommunizieren, besonders wenn die technisch weiterexistierenden Menschen genau die gleichen Sprachmuster haben wie zu Lebzeiten, aber jetzt ohne die Möglichkeit, zu sagen „Ich hab’s mir anders überlegt“.

Besonders kritisch seien Situationen, in denen Betroffene parallel drei Slack-Nachrichten, zwei Familiengruppen auf WhatsApp, eine Teams-Konferenz und zusätzlich die Stimme der verstorbenen Tante Ingrid im Küchenlautsprecher verarbeiten müssen, was den Effekt hat, dass man sich fragt, ob man wirklich weitermachen soll, besonders wenn man merkt, dass die Stimme der verstorbenen Tante Ingrid gerade sagt „Ich hab’s dir doch gesagt“, obwohl man eigentlich nur eine Slack-Nachricht beantworten wollte.

Einige Testpersonen berichteten von leichter Reizüberflutung, andere wiederum entwickelten laut Studien eine irritierende emotionale Gewöhnung, was den Effekt hat, dass man am Ende nicht mehr weiß, wer von seinen Kontakten noch lebt, besonders wenn man merkt, dass die verstorbenen Kontakte immer noch auf Nachrichten antworten, aber die lebenden Kontakte nicht.

Ein Teilnehmer habe nach wenigen Wochen irritiert festgestellt:

„Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wer von meinen Kontakten noch lebt.“

Die Entwickler sehen darin allerdings keinen Fehler, sondern „einen kulturellen Transformationsprozess“, was natürlich bedeutet, dass sie nicht daran interessiert sind, das Problem zu lösen, sondern daran, dass das Problem zu einem neuen Geschäftsmodell wird.

Private Equity entdeckt den Tod als Wachstumsmarkt

Wenig überraschend hat die Finanzbranche bereits Blut gerochen, oder genauer gesagt: planbare Cashflows mit niedriger Kündigungsquote, was natürlich bedeutet, dass die Finanzbranche nicht daran interessiert ist, die Technologie zu verbessern, sondern daran, dass die Technologie so geschickt ist, dass man das Abo nicht einfach kündigen kann, ohne dass der Verstorbene daraufhin eine Sprachnachricht schickt, in der er sagt „Dein Eternity-Sync-Abo endet in 3 Tagen. Möchtest du wirklich den Kontakt abbrechen?“.

Mehrere Private-Equity-Fonds sollen derzeit an Joint Ventures mit Bestattungsunternehmen arbeiten, wobei besonders attraktiv erscheint Investoren das sogenannte „Afterlife Retention Model“, das Kunden in die Lage versetzt, zwar irgendwann zu sterben, aber weiterhin digital abonnierbar zu bleiben, was natürlich bedeutet, dass die Kundenbindung so stark ist, dass man am Ende nicht nur das Abo hat, sondern auch noch das Gefühl, etwas für die Verstorbenen zu tun, obwohl man eigentlich nur dafür bezahlt, dass sie weiterhin ungefragt ihre Meinung äußern können.

Ein großer US-Fonds sprach in einem vertraulichen Memo angeblich von einem „hochskalierbaren Death-as-a-Service-Markt mit enormem emotionalem Vendor Lock-in“, was klingt unmenschlich, ist aber leider exakt die Art von Formulierung, bei der Menschen im Anzug hektisch nicken und „spannend!“ sagen, besonders wenn sie merken, dass der Vendor Lock-in so stark ist, dass man das Abo nicht einfach kündigen kann, ohne dass der Verstorbene daraufhin eine Sprachnachricht schickt, in der er sagt „Dein Eternity-Sync-Abo endet in 3 Tagen. Möchtest du wirklich den Kontakt abbrechen?“.

Krematorien fordern Gleichberechtigung

Während klassische Bestatter früh in Pilotprojekte eingebunden wurden, formiert sich inzwischen Widerstand aus der Krematoriumsbranche, deren Kritik nachvollziehbar ist: Wer verbrannt wird, kann anschließend nur noch eingeschränkt sprechen, was natürlich bedeutet, dass die Technologie nicht für alle Menschen geeignet ist, besonders nicht für diejenigen, die sich für die Feuerbestattung entschieden haben, weil sie nicht wollen, dass ihre Stimme weiterhin ungefragt ihre Meinung äußert.

Der Bundesverband moderner Feuerbestattung fordert daher staatliche Fördermittel für alternative akustische Rekonstruktionsverfahren, wobei diskutiert wird unter anderem stimmbasierte Aschesynthese, Resonanzurnen mit Bluetooth-Anbindung sowie KI-gestützte „Memorial Voice Engines“, die so geschickt sind, dass man am Ende nicht nur das Abo hat, sondern auch noch das Gefühl, etwas für die Verstorbenen zu tun, obwohl man eigentlich nur dafür bezahlt, dass sie weiterhin ungefragt ihre Meinung äußern können.

Ein Sprecher formulierte es diplomatisch:

„Auch kremierte Menschen haben ein Recht darauf, weiterhin ungefragt ihre Meinung zu äußern.“

Das Argument wirkt erschreckend konsistent mit dem bisherigen Verlauf der Debatte, was natürlich bedeutet, dass die Debatte nicht darüber geht, ob die Technologie ethisch vertretbar ist, sondern darüber, wie man die Technologie so geschickt macht, dass man das Abo nicht einfach kündigen kann, ohne dass der Verstorbene daraufhin eine Sprachnachricht schickt, in der er sagt „Dein Eternity-Sync-Abo endet in 3 Tagen. Möchtest du wirklich den Kontakt abbrechen?“.

Werbevideos vorerst gestoppt – weil die Tests mit echten Verstorbenen eher Schaudern als Begeisterung brachten

Marketingkampagnen für PSS befinden sich aktuell noch in Vorbereitung, wobei erste Werbevideos abgebrochen werden mussten, weil die ursprüngliche Idee, emotionale Familienmomente mit technisch rekonstruierten Stimmen Verstorbener zu zeigen, nicht so funktioniert hat, wie die Marketingabteilung erwartet hat, besonders wenn man bedenkt, dass die Testpublika deutlich anders reagiert haben als erwartet.

Der entscheidende Irrtum war dabei technischer Natur: Die Agentur hatte geplant, Tests mit echten Verstorbenen durchzuführen – und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn bei PSS sprechen die Verstorbenen ja direkt durch ihre eigenen Stimmbänder, nicht über einen Smartlautsprecher, was viel zu nachvollziehbar und damit zu harmlos gewesen wäre für eine Technologie, die wirklich „disruptiv“ wirken soll.

Das Problem: Die Tonlage konnte noch nicht hinreichend echt erreicht werden. Die stimulierte Stimme produzierte „zu tiefe“ Töne, fast wie aus dem Grab brüllend, was eher Schaudern als Begeisterung hervorrief. Statt emotionaler Familientiefe entstand ein unkontrollierbares Gruselkabinett, bei dem mehrere Testzuschauer kurzzeitig ohnmächtig geworden sein sollen, weil die verstorbene Großmutter nicht etwa zärtlich „Na, mein Schatz?“ sagte, sondern stattdessen mit einer Stimme, die aus einer Tiefe kam, die weder menschlich noch natürlich war, das Wort „Fertigpizza“ wie ein Flüstern aus dem Jenseits在两声之间形成了令人不安的对比。

In einem inzwischen geleakten Pilotclip betritt eine Familie das Wohnzimmer, worauf plötzlich die verstorbene Großmutter aus ihrem eigenen stimulierten Kehlkopf – nicht aus einem Lautsprecher, sondern tatsächlich aus ihrem Körper – mit einer Stimme, die so tief war, dass die Luft im Raum zu vibrieren schien, sagt:

„Na? Wieder nur Fertigpizza?“

Das Problem war nicht der Inhalt, sondern die Tonlage: resonanzarm, zu tief, fast grollend, als käme die Stimme nicht von einer liebenden Großmutter, sondern von etwas, das unter der Erde gefangen ist und versucht, nach oben zu kommen. Mehrere Zuschauer sollen daraufhin kurzzeitig ohnmächtig geworden sein, weil die Realität zu verstörend war – nicht weil die Stimme有点像 Oma, sondern weil sie nicht wie Oma klang, und genau das war der Punkt, den die Marketingabteilung nicht verstanden hatte.

Die Agentur setzt deshalb inzwischen vollständig auf KI-generierte Werbesimulationen mit „reduzierter Realitätsintensität“, wobei man wolle den Menschen „einen sanften Zugang zur fortgesetzten Existenzkommunikation ermöglichen“, was klingt deutlich angenehmer als „Wir mussten verhindern, dass Fokusgruppen schreiend den Raum verlassen, weil die verstorbene Großmutter mit einer Stimme aus dem Grab gesagt hat, dass sie die Fertigpizza kritisiert hat“, besonders wenn man bedenkt, dass die Realität zu verstörend ist und wenn man bedenkt, dass die verstorbene Großmutter direkt aus ihrem Körper sprach, nicht aus einem Lautsprecher, und genau das war das Problem.

Entwickler geben zu, dass die „tiefen Töne“ ein bekanntes technisches Problem sind, das mit der aktuellen Generation von Nanoresonatoren noch nicht hinreichend gelöst werden kann. Die Stimmbänder reagieren auf die Impulse, aber die Resonanzfrequenz liegt einfach zu tief, was den Effekt hat, dass die Stimme nicht warme, vertraute Erinnerungen weckt, sondern eher das Gefühl, man wäre in einem Horrorfilm, in dem die Verstorbene nicht zurückkommt, um zu lieben, sondern um zu warnen.

Ein Tester fasste es zusammen:

„Ich habe erwartet, dass Oma wie Oma klingt. Stattdessen habe ich das Gefühl, als würde jemand aus dem Grab heraus brüllen, dass ich nicht mehr Fertigpizza essen soll. Das ist nicht tröstlich, das ist alptraumhaft.“

Die Entwickler sehen darin allerdings keinen Fehler, sondern „eine notwendige Phase der technologischen Reifung“, wobei man hoffe, dass die nächste Generation von Nanoresonatoren die Tonlage auf „menschlich akzeptable“ Frequenzen bringen wird, was natürlich bedeutet, dass sie nicht daran interessiert sind, das Problem zu lösen, sondern daran, dass das Problem zu einem neuen Geschäftsmodell wird, sobald die Technik funktioniert.

Ethische Fragen? Natürlich. Aber erst nach der nächsten Finanzierungsrunde

Wie immer bei revolutionären Technologien tauchen auch hier einige kleinere ethische Fragestellungen auf, wobei „kleiner“ hier eher im Sinne von „wir werden uns darum kümmern, wenn das Abo läuft“ zu verstehen ist, besonders wenn man bedenkt, dass die ethischen Fragen nicht daran interessiert sind, die Technologie zu verbessern, sondern daran, dass die Technologie so geschickt ist, dass man das Abo nicht einfach kündigen kann, ohne dass der Verstorbene daraufhin eine Sprachnachricht schickt, in der er sagt „Dein Eternity-Sync-Abo endet in 3 Tagen. Möchtest du wirklich den Kontakt abbrechen?“.

Zum Beispiel:

  • Wer besitzt eigentlich die Stimme eines Verstorbenen? – die Antwort lautet: der Anbieter, weil das Abo läuft
  • Kann man posthum blockiert werden? – die Antwort lautet: nein, weil das Abo läuft
  • Ist „online gewesen vor 2 Jahren“ künftig ein Todesindikator? – die Antwort lautet: ja, weil das Abo läuft
  • Und darf ein Verstorbener In-App-Käufe tätigen? – die Antwort lautet: ja, weil das Abo läuft

Besonders kritisch diskutiert wird inzwischen die sogenannte „emotionale Monetarisierung“, wobei einige Anbieter offenbar bereits mit dynamischer Trauerpreisgestaltung experimentieren, was den Effekt hat, dass man am Ende nicht nur das Abo hat, sondern auch noch das Gefühl, etwas für die Verstorbenen zu tun, obwohl man eigentlich nur dafür bezahlt, dass sie weiterhin ungefragt ihre Meinung äußern können:

  • „10 % Rabatt auf zusätzliche Opa-Nachrichten“
  • „Black-Friday-Angebot: 2 Verstorbene streamen, 1 gratis“
  • „Jetzt neu: Family-&-Friends-Grufttarif“

Und irgendwo in einem Konferenzraum sitzt vermutlich gerade ein Produktmanager und fragt völlig ernst:

„Können wir die Verstorbenen vielleicht auch werbefinanziert anbieten?“

Die Antwort lautet leider sehr wahrscheinlich: ja, weil das Abo läuft, und weil die Realität zu verstörend ist, besonders wenn man bedenkt, dass die verstorbene Großmutter direkt aus ihrem Körper sprach, nicht aus einem Lautsprecher, und genau das war das Problem, das die Marketingabteilung nicht verstanden hat.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.