Was treibt sie an, die Frau Katharina Reiche?

Denkende Person sitzt auf einem Stein

Manchmal frage ich mich, ob ich Politik zu sehr aus der Perspektive eines Ingenieurs betrachte. Ich suche nach Zusammenhängen, prüfe Annahmen, hinterfrage Entscheidungen und erwarte, dass jemand, der ein komplexes System verändert, wenigstens dessen Funktionsweise verstanden hat. Eine zugegebenermaßen etwas altmodische Vorstellung. Bei Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, stoße ich mit dieser Denkweise … Weiterlesen

Kognitive Dissonanz II: Selbstzweifel als Karrierehindernis

Im Juni 2025 habe ich hier schon einmal über kognitive Dissonanz geschrieben, also über jene ausgesprochen praktische menschliche Fähigkeit, widersprüchliche Überzeugungen, Entscheidungen und Wahrnehmungen so lange miteinander zu versöhnen, bis man morgens wieder ohne größere innere Betriebsstörung in den Spiegel schauen kann. Seitdem ist einiges passiert. Vor allem habe ich den Eindruck gewonnen, dass die … Weiterlesen

Glashaus, Steine und Menschlichkeit: Wenn die CxU plötzlich den Clan entdeckt

Eigentlich wollte ich gerade etwas völlig anderes machen. Ich bin mitten in der Überarbeitung meiner Bücher über Künstliche Intelligenz, beschäftige mich dort mit Verantwortung, gesellschaftlichen Folgen, Machtstrukturen und der erstaunlichen menschlichen Fähigkeit, technische Systeme zunächst euphorisch einzuführen und sich anschließend überrascht zu zeigen, wenn sie tatsächlich etwas verändern. Stoff genug also, um mich für die … Weiterlesen

Nach-Merz: Das Aufräumen jetzt schon planen

Ein politischer Scherbenhaufen kündigt sich selten mit dem Geräusch zerbrechenden Porzellans an. Meistens klingt er vorher wie eine Regierungserklärung. Man sollte vorsichtig sein mit politischen Prophezeiungen. Besonders dann, wenn der betreffende Politiker noch im Amt ist, sich selbst für unverzichtbar hält und seine Umgebung pflichtschuldig nickt. Friedrich Merz regiert seit Mai 2025 eine Koalition aus … Weiterlesen

Was lernt ihr eigentlich im Studium, liebe Wirtschaft? 🎧

Big bag of money and some coins

Man sitzt inzwischen erstaunlich regelmäßig vor wirtschaftspolitischen Debatten, Talkshows oder Interviews mit sogenannten Wirtschaftsweisen und fragt sich mit einer Mischung aus Faszination, Verzweiflung und einem leisen Drang zur geistigen Evakuierung, was in manchen wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildungswegen scheinbar so vermittelt wird. Wirtschaft in Reinform – oder doch eher die Kunst, Realität so lange in Modelle zu falten, … Weiterlesen

Leibgarden der Vernunft – Über Schuld, Unterlassung und die Frage, wer handelt, wenn niemand mehr handelt

Ein Essay über moralisches Eingreifen, politische Lähmung und die historische Pflicht der Nähe zur Macht Hinweis vorab: Dieser Beitrag ruft zu keiner Form von Gewalt auf. Er fordert moralisches Eingreifen – Verhaftung, Amtsenthebung, Zutrittsverweigerung, institutionellen Widerstand. Normen und Werte müssen bisweilen über den Buchstaben des Gesetzes gestellt werden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die … Weiterlesen

Peanuts for Billions – Billige Politiker unter der Glaskuppel

Es ist faszinierend, wie wenig Geld man braucht, um die großen Zahnräder unserer Republik auf Milliardenentscheidungen einzustellen. Ein paar hunderttausend an „Spenden“ hier, ein paar schicke Abendessen dort – und schon bewegen sich politische Berge. Oder zumindest das, was davon noch übrig ist. Es leben eben billige Politiker! Der Preis der Überzeugung Man stellt sich … Weiterlesen

Money for Nothing – und der Preis des Realitätsverlusts

Big bag of money and some coins

„Money for Nothing and Chicks for Free“ – ein Titel, der einst ironisch gemeint war, heute aber die moralische Buchhaltung unserer Zeit treffender beschreibt als jede volkswirtschaftliche Analyse. Geld fließt. Nur wohin – und wozu – fließt es eigentlich? Früher galt es als Witz: Wer schnell reich werden will, braucht keine Idee, sondern nur eine … Weiterlesen

CxU – keinerlei Bodenhaftung mehr

Es gibt Sätze, da fragt man sich, ob sie noch von Menschen stammen oder aus einem schlecht gecoachten Management-Seminar der frühen Nullerjahre. Friedrich Merz hat wieder geliefert. Produktivität, Arbeitszeit, Krankenstand – die üblichen Schlagworte, die so zuverlässig wirken wie Baldrian in der Katastrophenmedizin. Nur: Die Realität draußen? Die hat Merz offenbar aus seinem gesellschaftlichen Vokabular … Weiterlesen

Der Splitter im Auge des Bruders – und der Balken im eigenen

Wie gerne zeigen wir mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger gen Westen – und übersehen dabei, dass unsere eigene Hand längst blutige Druckstellen trägt. Den Splitter im Auge des Bruders sehen wir – und der Balken im eigenen Auge sehen wir nicht. [Matt. 7,3-5] Trump, Hitler und der moralische Export Man kann die Uhr danach stellen: … Weiterlesen