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In Chips we Trust – Vom Goldglanz zur Chip-Illusion

Von der sakrosankten Goldmünze zum göttlichen Dollar, bis hin zum unsichtbaren Bit auf dem Chip: Hat der Mensch endlich kapiert, dass Geld nie mehr war als kollektiver Aberglaube? Oder taumeln wir blind in eine neue Blase aus Nullen und Einsen?

Der lange Weg des Vertrauens: Gold, Gott und der Staat dazwischen

Früher war alles einfacher – oder zumindest greifbar. „In Gold we Trust“ hieß die Losung der Alten. Gold, das schwere, glänzende Metall, das man in der Hand wiegen konnte, symbolisierte Wert schlechthin. Es war knapp, unzerstörbar und von Königen begehrt. Doch mit der Zeit wurde das zu umständlich. Staaten und Banken mischten mit, druckten Papier, das sie mit Goldreserven deckten. Vertrauen in Institutionen entstand – ein zerbrechliches Konstrukt, das immer wieder krachte, siehe Große Depression.

Dann kam der Dollar mit seinem „In God we Trust“. Ein genialer Schachzug: Wenn man schon kein Gold mehr hortet, verlagert man den Glauben einfach gen Himmel. Der Staat, die Zentralbank, die heilige Dreifaltigkeit aus Fiskus, Notenpresse und Regulierung – das sollte reichen. Banken als Mittelsmänner garantierten Stabilität, oder täuschten sie zumindest vor. Doch heute? Die Banken ächzen unter Regulierungsdschungel und Skandalen, während das Vertrauen bröckelt wie alter Putz. Digitale Lügen fressen sich durch das System, und plötzlich ist der „Chip“, Herr der Blockchain der neue Gott.

„In Chips we Trust“ – unreguliert, ohne Sicherheiten, rein virtuell. Kryptos, CBDCs, Stablecoins: Alles basiert auf Algorithmen, Blockchain und dem Glauben an Code, der nicht versagt. Ist das Fortschritt oder der ultimative Selbstbetrug?

Das Erwachen: Wird der Geldwert endlich entzaubert?

Könnte es sein, dass Menschen langsam die Augen aufmachen? Die Inflation nagt am Sparbuch, Zinsen pendeln lustlos um die Null, und Krisen wie Corona oder Ukraine-Krieg enthüllen: Fiat-Geld ist nichts als ein Versprechen der Mächtigen. Plötzlich boomen Goldpreise und Bitcoin-Rallyes. Nicht weil sie „besser“ sind, sondern weil das alte System Risse zeigt. Wie in meinem Artikel Geld schon anklang: Von der Tauschhandel-Ära bis zur Quantenfinanz – Geld war immer Psychologie, nie Physik.

Heute tickt die Uhr schneller. Junge Generationen, aufgewachsen mit Apps und Wallets, misstrauen Banken. Sie sehen, wie Zentralbanken Milliarden drucken, ohne Gegenwert. Der Quantitative Easing-Wahnsinn hat das Vertrauen in Papiergeld vergiftet. Stattdessen: Chips. Dezentralisierte Ledger, Smart Contracts, NFTs – alles virtuell, aber scheinbar frei von menschlicher Willkür. Doch ist das Erwachen echt, oder nur der nächste Rausch?

Nein, der Wert des Geldes wird nicht „bewusster“. Er wird nur umetikettiert. Früher horteten wir Goldbarren, heute private Keys. Der Kern bleibt: Kollektiver Glaube. Und der bröckelt, wo Algorithmen regieren.

Von Fiat zur Blockchain: Die Chip-Revolution entlarvt

Nehmen wir Bitcoin. 2009 geboren als Reaktion auf die Finanzkrise, verspricht er Knappheit (21 Mio. Coins) und Unabhängigkeit. Keine Zentralbank diktiert die Menge, Miner sichern das Netz mit Rechenpower. Klingt solide – bis man hinschaut: Energieverbrauch explodiert, Exchanges wie FTX kollabieren spektakulär, und Regulierer lauern. Private Geldschöpfung durch virtuelle Währungen – ein akademischer Blick zeigt: Es ist Fiat 2.0, nur dezentraler.

Schlimmer: CBDCs. Der digitale Euro oder Dollar – programmierbares Geld auf Chips. Keine Anonymität, Zweckbindung möglich (nur für „Gutes“ ausgeben), Verfallsdaten wie bei Corona-Hilfen. Prof. Rieck warnt zurecht: Das ist Fürstengeld, staatliche Kontrolle pur. Vertrauen? In den Chip der EZB? Lächerlich.

Stablecoins wie USDT täuschen Stabilität vor, sind aber zentralisiert und undurchsichtig. Regulierung? Fehlanzeige. Hackers, Rug Pulls, Flash Loans – die Chip-Welt ist Wildwest. Und doch: Milliarden fließen rein. Warum? Weil das alte System noch misstrauischer macht.

Risiken des Neuen Glaubens: Unreguliert und unsicher

Ohne Sicherheiten heißt: Volatilität pur. Bitcoin crasht um 70%, Ethereum um 80% – und wem nützt es? Den „Whales“, die pumpen und dumpen. Regulierung? Länder ringen darum, MiCA in der EU ist ein Anfang, aber global? Chaos. Betrug mit Kryptos kostet Milliarden, ahnungslose Opfer zahlen.

Energiehunger: Bitcoin verbraucht mehr Strom als Argentinien. Umwelt? Kollateralschaden. Und soziale Folgen? Reichtum konzentriert sich bei Techies und Spekulanten. Siehe Opportunitätskosten der KI – Technik frisst Ressourcen, spuckt Ungleichheit aus.

Privatsphäre ade: Blockchain ist transparent, Transaktionen nachverfolgbar. Staat und Konzerne jubeln. Der Chip verträgt kein Inkognito-Modus.

Zurück zu den Wurzeln? Oder tiefer ins Virtuelle?

Manche fliehen ins Gold, siehe zerbrechliches Vertrauen. Andere bauen auf Tech. Doch beides täuscht. Wahres Erwachen wäre: Geld als Tauschmittel sehen, nicht als Gott. Lokale Währungen, Tauschbörsen, Gemeinschaften – wie in meiner Intension skizziert: Technik analysieren, aber nicht vergöttern.

Die Zukunft? Hybride Systeme. Bargeld behalten für Freiheit, Chips für Speed – reguliert, aber dezentral. Vertrauen neu bauen: Durch Transparenz, nicht Dogma. Sonst endet „In Chip we Trust“ wie Lehman Brothers: Ein Crash, der alle mitreißt.

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