Eigentum verpflichtet

Ach, wie oft habe ich in der letzten Zeit über Gier und übermäßige Selbstoptimierung geschrieben. Und wenn es auch keiner gerne zugibt, unter den Folgen haben viele Menschen zu leiden, lassen es aus Stolz nicht erkennen.

Neuerdings kursieren Nachrichten über Pläne von Enteignungen. Natürlich schrillen sofort die Alarmglocken, ohne die Inhalte reflektiert zu haben, angefeuert von sogenannten liberalen, wirtschaftsnahen Parteien. Ein logischer Reflex, wenn auch unüberlegt und nicht notwendig.

Worum geht es also, wenn man von den emotional und gewiss auch satirisch begründeten Aussagen eines Kevin Kühnert mal absieht.

Es geht um die Rückführung ehemals staatlicher Aufgaben wie Gesundheitswesen und Betreiben der Infrastruktur, die (teil-) privatisiert wurde.

Diese Pläne halte ich für durchaus sinnvoll, weil rein monetäre Optimierungen zu Einschränkungen in der Service Qualität führen.

Der Ruf nach einem kapitalorientierten Markt funktioniert in diesen Aufgabenbereichen sowieso nicht, weil im schlimmsten Falle Monopole übernehmen oder aber Oligopole, die Wettbewerb ebenfalls nicht zulassen. Wir haben schlicht keine Wahl, wer Anbieter für meine Dienstleistungen sind.

Für den mündigen Bürger scheint es aber letztlich sinnvoller zu sein, freiwillig ein Mehrfaches an Preisen für sinkende Leistungen zu zahlen, als verpflichtend durch Steuern nur einen Bruchteil Preises bei konstanter Leistung.

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