Premium – ein Begriff an der Verschleißgrenze

Es gibt in als Kaffee, Mineralwasser, Grillkohle, Automobile, Smartphones – alles premium, alles – ja was eigentlich? Was macht das Prädikat premium überhaupt aus?

Schaut man auf Palette der Premiumprodukte, scheint das Adjektiv mittlerweile nur noch als Argument für die Preisgestaltung zu dienen.

War Premium früher besonders langlebig, besonders hochwertig in Material und Verarbeitung, können mittlerweile die derart klassifizierten Produkte oft nicht einmal ansatzweise mit einer Überdurchschnittlichkeit außer dem Preis punkten.

Schauen wir doch einfach mal auf den Automobilmarkt, ein besonders heiß umkämpftes Gebiet, speziell im Premiumsektor.

In vielerlei Hinsicht haben sich die verschiedenen Automobilmarken sehr stark angeglichen. Gerade auf dem Elektroniksektor ist das auch nachvollziehbar, da die Zulieferer für Premium- wie Massenmarkt weitestgehend identisch sind. Internationale Regularien1 erfordern auch in der Konstruktion und Verwendung mechanischer Komponenten mehr oder weniger ähnliche Materialien und Technologien, dass letztlich vom Premium höchstens noch das Design und der Service als Delta übrig bleibt.

Elektronikprodukte mit Premium-Label halten kaum länger als nichtklassifizierte Pendants, der Funktionsumfang ist nicht größer, das Material bzw. dessen Anmutung ähnlich bis identisch.

Welche Mehrwert hat also Premium noch? Premium-TV bietet nicht mehr, als andere (Pay-) TV-Alternativen, Premium-Lebensmitteln kommen von den selben Herstellern u.s.w., u.s.w.

Aber es gibt sie noch, die echten Premium-Produkte, deren Rechtfertigung tatsächlich in höheren Aufwänden und geringeren Margen zu finden ist. Nobelmarken wie Rolls Royce2, Bentley, Aston Martin, Rolex u.s.w. gibt es noch und verdienen ihre Sonderstellung im Prädikatedickicht auf jeden Fall.

Für alle anderen Nutzer des Adjektivs premium sollte ein Überdenken der Anwendung überdacht werden. Irgendwann kommt der Kunde nämlich drauf, dass es sich oft nur noch um Abzocke handelt.

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