Function on demand! Oder, wie man sich Unternehmen ausliefert.

Auf dieses Verhalten habe ich eigentlich “gewartet”, man muss für Softwarefunktionen löhnen und macht sich aber auch gleichzeitig erpressbar – so geschehen bei meinem “Lieblingsgegner” Tesla.

Als ich mich 2016 das erste Mal mit “Function on demand” beschäftigen durfte, hatte ich bereits ein ungutes Gefühl bei der Überlegung, dass rein softwarebasiere Funktionen oder Features aus irgendeinem unerfindlichen Grund nicht verfügbar wären. Und ganz ehrlich, man kennt das Abschalten von Funktionen aus der ganz “normalen” Welt des WWW. Da bekommt man jahrelang “unlimited” Webspace, z.B. für Fotos und plötzlich wird limitiert oder man zahlt (kräftig) drauf.

Die Dreistigkeit, die hier scheinbar an den Tag gelegt wird, ist jedoch fast unübertrefflich. Man mag aber denken – Typisch Tesla.

Nein, ich möchte kein Bashing und die Hintergründe erscheinen mir im Artikel durchaus logisch. Man verbaut einen besseren Akku, dessen Fähigkeiten schaltet man aber nicht frei, der Kunde hat schließlich dieses Feature nicht bezahlt. Soweit klar. Aber kennen wir nicht Limitierungen von Features auch aus anderen Bereichen? Ich denke da an Apple, denen immer wieder vorgeworfen wurde, ältere Smartphones künstlich zu drosseln.

Machen wir uns aber nichts vor. Wir sind mit softwarebasierten Funktionen den Herstellern mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert. Jedes Softwareupdate (over the air)1 kann ein Downgrade2 bedeuten oder aber durch Cyberangriffe zu “echten Erpressungen” führen.

Ob den Aktionären eigentlich klar ist, dass Überoptimierung3 das eigene Stuhlbein ansägt?

Es scheint, dass das Marketing und die Führungskreise der OEM’s sich über die Konsequenzen ihres Tuns nicht wirklich im Klaren sind. Ethisch/moralische Grundsätze, z.B. Steueroptimierungen zulasten der Gesellschaft, scheinen jedenfalls weniger auf der Agenda zu stehen und nicht als potentielles Risiko identifiziert zu sein.

In der Konsequenz werden sich “ehrliche” Fahrzeuge mit traditioneller Technologie und fest eingebauten Funktionen vermutlich einen besonderen Stand erarbeiten. Vielleicht sollte man das Konzept einfach noch mal überdenken, oder aber die Abstimmung mit den Füßen in kauf nehmen.

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