Neurodiversität als gesellschaftliche Aufgabe: Warum das Gehirn keine Norm hat 🎧

Ein Essay über den evolutionären Sinn kognitiver Vielfalt, die Tyrannei der Normalität und das kollektive Umdenken, das wir uns eigentlich schon lange hätten leisten können – aber zu beschäftigt waren damit, Schubladen zu sortieren. Es gibt einen Moment, der sich inzwischen mit schöner Regelmäßigkeit wiederholt: Man scrollt durch den Feed, und irgendwo zwischen Katzenvideos und … Weiterlesen

Was lernt ihr eigentlich im Studium, liebe Wirtschaft? 🎧

Man sitzt inzwischen erstaunlich regelmäßig vor wirtschaftspolitischen Debatten, Talkshows oder Interviews mit sogenannten Wirtschaftsweisen und fragt sich mit einer Mischung aus Faszination, Verzweiflung und einem leisen Drang zur geistigen Evakuierung, was in manchen wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildungswegen scheinbar so vermittelt wird. Wirtschaft in Reinform – oder doch eher die Kunst, Realität so lange in Modelle zu falten, … Weiterlesen

Das Leiden der anderen: Neurodiversität endet nicht an der Schädeldecke

Neurodiversität ist ein schönes Wort. Es klingt nach Regenbogen im Kopf, nach toleranter Gesellschaft, nach „anders, aber nicht falsch“. Alles richtig. Alles wichtig. Und trotzdem fehlt in vielen Debatten eine unbequeme Hälfte oder vielleicht auch das Dreiviertel: Neurodiversität passiert nicht im luftleeren Raum. Sie hat Mitbewohner, Partner, Kinder, Eltern, Kollegen, Freunde, Nachbarn und manchmal auch … Weiterlesen

Das 25. Amendment für Deutschland? Warum die Republik eine Notbremse gegen politische Realitätsflucht braucht

Ein Gedankenexperiment über Amt, Anstand und die erstaunliche Hartnäckigkeit der Selbsttäuschung. Überlegungen über eine Notbremse für die Demokratie Der amerikanische 25. Verfassungszusatz regelt, was passiert, wenn ein Präsident sein Amt nicht mehr ordnungsgemäß ausüben kann. In Deutschland gibt es so etwas nicht in dieser Form, dafür aber eine politische Kultur, die gern so tut, als … Weiterlesen

Parteien am Ende? Wenn politische Organisationen mehr blockieren als gestalten

Es ist ein bemerkenswerter Zustand: Ein politisches System, das ursprünglich darauf ausgelegt war, Interessen zu bündeln, Mehrheiten zu organisieren und Lösungen zu ermöglichen, wirkt zunehmend wie ein Bremsklotz. Parteien, einst das Rückgrat parlamentarischer Demokratie, scheinen sich immer öfter selbst im Weg zu stehen. Die Frage ist nicht mehr nur, ob sie reformbedürftig sind. Sondern ob … Weiterlesen

Like statt Lob? Oder: Wann wir aufgehört haben, einander wirklich zu sehen

DaVinci

Ein Herz hier, ein Daumen da – und fertig ist die Wertschätzung. Zumindest fühlt es sich so an. In der digitalen Parallelwelt sind wir großzügig, beinahe inflationär: Likes, Emojis, flüchtige Zustimmung im Sekundentakt. Und im echten Leben? Schweigen. Oder schlimmer: ein knappes „passt schon“. Haben wir das Loben verlernt – oder schlicht verlernt, hinzusehen? Die … Weiterlesen

Red Flags: Die Warnblinkanlage, die einen im Standgas festfährt

Mensch am PC

Stellen Sie sich vor, Sie sind der frischgebackene Mitarbeiter, Laptop frisch aufgeklappt, Kaffee dampft verführerisch in der Tasse – und dann kommt Social Media um die Ecke gebogen wie ein übermotivierter Wachhund auf Energy-Drinks: „Red Flags! Toxischer Chef mit Mikromanagement-Wahn! Überstunden-Hölle ohne Ausgleich! Juristische Selbstschussanlagen im Kleingedruckten!“. Die Feeds explodieren vor endlosen Listen à la … Weiterlesen

Wertschätzung – ein Wort, das lügt (und warum wir es trotzdem ständig benutzen) 🎧

Skizze eines denkenden Menschen

„Wertschätzung“ klingt nach Harmonie, nach gegenseitigem Respekt, nach fairem Miteinander. Dabei stecken in diesem einen Wort zwei Konzepte, die schon für sich genommen kaum zu greifen sind – und zusammen ein echtes Minenfeld ergeben. Zerlegt man den Begriff, landet man unweigerlich bei zwei Fragen: Was ist der Wert einer Leistung? Und: Wer ist eigentlich in … Weiterlesen

Leibgarden der Vernunft – Über Schuld, Unterlassung und die Frage, wer handelt, wenn niemand mehr handelt

Ein Essay über moralisches Eingreifen, politische Lähmung und die historische Pflicht der Nähe zur Macht Hinweis vorab: Dieser Beitrag ruft zu keiner Form von Gewalt auf. Er fordert moralisches Eingreifen – Verhaftung, Amtsenthebung, Zutrittsverweigerung, institutionellen Widerstand. Normen und Werte müssen bisweilen über den Buchstaben des Gesetzes gestellt werden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die … Weiterlesen

Probezeit für Politiker – Willkommen in der Realität

Es gehört zu den erstaunlicheren Eigenheiten moderner Gesellschaften: In nahezu jedem Beruf wird Leistung gemessen, bewertet und gelegentlich auch sanktioniert. Nur die Politik scheint sich seit Jahrzehnten in einer Parallelwelt eingerichtet zu haben, in der das Prinzip „Leistung gegen Gegenleistung“ eher als historische Anekdote gilt – vermutlich irgendwo zwischen Koalitionsvertrag und Kantinenkarte verloren gegangen. Man … Weiterlesen